Video Codecs in der Video for Windows Umgebung

Im November 1992 wurde das sogenannte VfW (Video für Windows) erstmals vorgestellt. Es galt als Konkurrenz zum damaligen Apple Quicktime, welches dem Macintosh die Möglichkeit zur Verarbeitung digitaler Videodaten gab. Ursprünglich war VfW jedoch nur gedacht “daumennagelgroße” Videos wiederzugeben und nicht als leistungsfähige Videobearbeitungsschnittstelle zu fungieren.

Für Windows 3.1 und 3.11 gab es VfW noch als Add-On, seit Windows 95 jedoch ist es ein fester Bestandteil der Multimediafähigkeit des Systems. VfW enthielt 3 grundsätzliche Features: Der AVI Container (Audio Video Interleaved) wurde eingeführt. In ihm konnte man von nun an Video- und Audiodaten transportieren. Des Weiteren waren in VfW noch die Möglichkeit für Programmierer enthalten, in ihren eigenen Programmen Videos wiederzugeben und auch eine Reihe an Software, die es erlaubte digitale Videos abzuspielen und zu manipulieren.

Die ursprüngliche VfW Version hatte einige gravierende Begrenzungen. Die maximale Auflösung je Video lag bei 320x240 Pixeln und mit mehr als 30 fps konnte man ebenso nicht arbeiten. VfW wurde 1996 abgelöst durch ActiveMovie - einem erweiterten Multimediarahmen für Windows Systeme. 1997 wurde ActiveMovie Teil der DirectX 5 Suite und wurde seither DirectShow genannt.

1995 führte Apple einen Prozess gegen Microsoft, da dem Konzern vorgeworfen wurde mehrere Zeilen des Quicktime Quelltexts gestohlen zu haben, um die Performance von VfW zu verbessern. 1997 einigte man sich dann darauf, dass Apple den Internet Explorer als Standardbrowser für Internetanwendungen verwendet und dass Windows das Office Paket für die nächsten 5 Jahre für Mac entwickelt, sowie mitbestimmungsfreie Apple Aktien im Wert von 150 Millionen US$ kaufte. Damit war der Prozess dann zu Ende.

Auf Windowsplattformen gibt es heute eine Vielzahl an Containern und Codecs. Einige davon sind Multiplattformcodecs, andere laufen nur über mitunter schwierige Umwege auf anderen Plattformen. Neben AVI gibt es auf Windows Systemen zum Beispiel noch ASF und WMV. Ihren Ursprung haben diese Codecs jedoch alle in VfW.