Der MPEG1 Video Codec

Im Jahre 1988 gründete sich die sogenannte Motion Pictures Expert Group und macht es sich seither zur Aufgabe, internationale Standards für Videokompressionen zu definieren. Der Standard MPEG1 war dabei 1992 der erste Standard, der verabschiedet wurde. 1993 wurde MPEG1 dann noch vom obersten Kontrollgremium, der ISO/IEC, als internationaler Standard übernommen.

Hauptsächlich wurde MPEG1 durch seine Verwendung für Video CDs Mitte der 90er Jahre bekannt. Die auf solchen CDs enthaltenen *.dat Dateien sind nichts anderes, als gewöhnliche MPEG1 Dateien. Auf Video CDs enthaltene MPEG Filme haben die Qualität einer VHS Kassette und sind begrenzt auf eine Auflösung von 352x288 Pixel (bei PAL, bei NTSC sind es 352x240 Pixel) und eine Bitrate von 1150 kbit/s. Andere Einstellungen werden vom Video CD Format nicht zugelassen.

Der MPEG1 Codec an sich ist jedoch darauf ausgelegt bis zu 1,5 Mbit/s zu codieren (durchaus auch noch mehr, jedoch wird das daraus resultierende MPEG1 Video dann inkompatibel zu Playern und mitunter auch Betriebssystemen, insofern sie zu alt sind). Sehr viele Menschen kennen MPEG1 nur mit diesen Auflösungen. Doch eigentlich lässt der Codec Videogrößen bis 4095x4095 Pixel und 15.000 kbit/s zu. Es ist also durchaus möglich mit MPEG1 qualitativ sehr hochwertig zu arbeiten.

Der Container, in dem MPEG1 Videos vorkommen hat die Endung *.mpg oder auch *.mpeg. Es ist jedoch auch normal, dass MPEG2 Videos in diesen Containern kommen, weshalb man nicht immer davon ausgehen darf ein MPEG1 vor sich zu haben, wenn man eine *.mpg Datei vorliegen hat.

Es gibt grundsätzlich 2 Streamtypen bei MPEG. Zum einen handelt es sich um den sogenannten Systemstream und zum anderen um die Elementary Streams. Der Systemstream ist eigentlich nichts anderes als der kombinierte (multiplexed) Datenstrom aus einem Video- und dem dazugehörigen Audiodatenstrom. Sprich: Eine *.mpg Datei enthält im Normalfall sowohl eine Video-, als auch eine Audiospur, die kominiert wiedergegeben werden. Video- und Audiodatenstrom einzeln nennt man Elementary Stream. Eine *.mpv Datei gibt dabei zum Beispiel den Elementary Stream des Videos an, und eine *.mp2 Datei den des Audiodatenstroms.

MPEG1, in seinen VCD spezifischen Einstellungen, ist ein global funktionierender Video Codec. Sie können davon ausgehen, dass 99% aller Computerbesitzer weltweit in der Lage sind einen MPEG1 codierten Film anzusehen. Dies macht den Codec natürlich besonders interessant für eine große Verbreitung eines Films, für Vorschauzwecke, etc.

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